Families of Switzerland

Die Familienmodell-Sammlung

Bilder: NZZ (Adrian Baer) und Beobachter (Luxwerk)

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Sie werden “Die Patchworker”, “Die Lebenskünstler”, “Die Doppelverdiener” oder “Die Traditionellen” genannt. Die Vielzahl der Titel zeigt schon die Vielfalt der Familienmodelle. Die NZZ titelt mit “Wie Schweizer Familien heute leben” und der Beobachter deckt das “Märchen der Vereinbarkeit” auf. Es werden jeweils vier Familien portraitiert. Davon inspiriert und überzeugt, dass dies zu wenige sind, starten wir eine Sammlung mit Geschichten über Familien und darüber, wie sie ihr Leben organisieren.

Diese Sammlung nennen wir Families of Switzerland.

Wir sind überzeugt, dass erzählte Familienmodelle Gold wert sind für einen Reality Check, ein Matchmaking oder einfach Inspiration für die Leichtigkeit des Seins.

Teilen Sie Ihr Familienmodell anonym unten im Kommentarfeld mit anderen Leserinnen und Lesern – bestimmt inspiriert Ihres eine andere Familie. 

Das EINE Familienmodell gibt es nicht mehr. Das Ideal der 50er-/60er-Jahre aus der Werbung, das als Orientierung für ganze Generationen diente, hat sich in milliardenfache Variationen zersplittert. Bei allem Individualismus des 21. Jahrhunderts – wie gut tut es, zu sehen, dass andere es ähnlich machen und man nicht alleine ist. Und wie gut würde es ab und zu tun, wenn man sehen könnte, wie es andere machen, wenn man gerade in der Sackgasse steckt mit der Vereinbarkeit. Mit so vielen Infos wie möglich, damit einem das Nachvollziehen vereinfacht wird und man den feinen Unterschied gleich entdeckt und sich nicht schlecht fühlen muss, weil man es gerade nicht so leicht hinbekommt. Und das alles anonym oder freiwillig mit Absender, damit möglichst viele Familienmodelle zusammenkommen.

Florian Wiese/r

Mit-Initiant, ThePurpose.Academy

Hier würden wir uns über Ihre Geschichte darüber, wie Ihr Familienmodell aussieht, freuen. #InspireOthers

11 Kommentare

  1. Andrea

    Unsere Familie besteht aus vier Personen, meinem Mann (35), unseren beiden Töchtern (3.5 Jahre und 8 Monate) und mir (31). Dank familien-interner Unterstützung kann ich als Mutter weiterhin 40% erwerbstätig sein. Zudem konnte mein Mann in seiner Arbeitsstelle um 20% reduzieren. So kann er einen Tag in der Woche vollumfänglich seine Töchter geniessen.

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  2. Die Unerschrockene

    Meine Muttersituation scheint mir etwa so veranschaulichend wie bei Marissa Mayer: Während meiner Startup Zeit konnte ich mir natürlich auch keine Pausen leisten. Beim zweiten Kind waren es 3 Wochen, beim dritten gerade einmal noch 3 Tage. Meine Kids sind heute zwischen 13 und 20 Jahre alt. Früher, als sie ganz klein waren, habe ich im Startup 60% oder mehr gearbeitet, je nach Projekterfordernissen und insbesondere auch abends, resp. nachts. Heute arbeite ich in einer Managementposition 100%, dies seit den letzten Jahren. Mein Mann arbeitet als Unternehmer meist von zu Hause aus und ist mit einem Startup finanziell noch immer knapp dran. Dort stehe ich auch beratend zur Seite. In der Vergangenheit habe ich selbst vom engen Familienkreis jeweils viele Anfeindungen wegstecken müssen. Mein anfänglicher Lohn ging vollends für die Kinderbetreuung drauf. Hinzu kommt noch die staatliche Doppelbesteuerung als verheiratetes Paar. Wieso ich mir das eigentlich antue? Das fragen mich meine Freunde und ich mich selbst öfters einmal wieder. Man und Frau müssen das wirklich wollen!! Die geschäftlichen Herausforderungen befriedigen mich einfach und spornen mich an, was auch wieder unseren Kindern zugutekommt.

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  3. Die Kämpferin

    Die Balance zwischen Familie & Beruf zu finden, ist eine grosse Herausforderung, aber möglich. Besonders wenn beide Elternteile respektvoll mit den Bedürfnissen des anderen umgehen.

    Wir haben drei Kinder. Ich möchte arbeiten und meine Selbständigkeit aufbauen. Mein Mann ist bereits seit 25 Jahren selbständig und gerade in einer Umstrukturierungsphase.

    Beide möchten arbeiten. Gut! Aber wer kümmert sich nun um den Rest? Bei uns ist das so, dass der Rest mir zugetragen wird, wenn ich mich nicht um mein Recht, mich auch im Beruf verwirklichen zu wollen, wehre.

    Wer macht die Wäsche, den Einkauf, das Abendessen… wer kontrolliert ob die Schulaufgaben gemacht sind, der halbjährliche Zahnarzttermin vereinbart wurde, der Turnbeutel Mittwochs gepackt, das Pausenbrot dabei ist, das Geschenk der Freundin für die kommende Geburtstagsparty gekauft ist.. und und und. Es ist nicht nur der Haushalt!

    Ich hätte diesbezüglich gerne mehr Männer, die sich auch für diese Aufgaben mitverantwortlich fühlen und sich diesen annehmen. Mein Mann wird das wohl nie machen, aber ich habe grosse Hoffnung an die vielen anderen Männer, die Jugend und meine zwei Jungs, die vielleicht auch mal Väter werden. Wir leben in einer Zeit, in welcher jeder einzelne Verantwortung übernehmen muss und die Frauen als Gleichberechtigte behandeln.

    Aber nochmals zu uns. Auch wenn alles bei mir liegt, möchte ich nicht auf meinen Traum der Selbständigkeit verzichten. Darum organisiere ich. Den wenn das Familienunternehmen organisiert ist, läuft das meiste rund und so wird auch mal das eine oder andere meinem Mann zugetragen. Denn wenn ich es ab und zu einfordere als eine Aufgabe und nicht als fixer Bestandteil, dann wird es gemacht. Es funktioniert, zwar nicht so wie ich es mir eigentlich vorstelle, aber es funktioniert!

    Jeder macht doch das Beste aus seiner Situation. Und das wichtigste, meine Kinder und mein Job halten mich jeden Tag auf Zack. Darum sehe ich noch so jung aus, bin aktiv im Leben und habe immer etwas zu tun. Und wenn ich mal nichts zu tun habe – dann sitze ich mit meinem Espresso einfach nur da und geniesse den Moment.

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  4. Seraina

    Mein Partner und ich haben 2 Jungs – 7 und 5 Jahre alt. Er arbeitet neu ab Januar 90%, ich arbeite seit zwei Jahren 80% als Projektleiterin in einer Verwaltung. Wir haben früher in Deutschland gewohnt, da habe ich nach jeweils 1 Jahr Elternzeit wieder 100% gearbeitet, deswegen schätze ich den 1 freien Tag sehr. Die Jungs gehen zwei Tage die Woche in den Nachmittagshort, und dreimal in den Mittagstisch. Meine Mutter kommt 1 mal in der Woche. Den Frühstückshort haben wir abgeschafft, das war mir und den Kindern zu stressig. Jeden Sonntag Abend legen wir fest, wer am Morgen zu Hause bleibt bis die Kinder zur Schule / in den Kindergarten müssen und wer sie abholt – meist holt jeder zweimal ab. Um Kosten für den Hort zu sparen hole ich die Kinder am Tag wo sie Nachmittagsschule haben direkt nach der Schule um halb vier ab. Um das zu schaffen, muss ich an diesem Tag sehr früh ins Büro. Wer die Kinder abholt kocht auch Znacht. Trotzdem habe ich das Gefühl, dass der grösste Teil der Arbeit zu Hause an mir hängen bleibt- angefangen von Wäsche und Aufräumen bis zu all den organisatorischen Dingen- Sport- und Schwimmsachen am richtigen Tag mitgeben, Znüni-Boxen, Kindergeburtstage, Einladungen im Freundeskreis, Elternbriefe lesen, daran denken für den Waldtag einzukaufen, usw. Das zermürbt mich und bringt mich oft an meine Grenzen. Ich habe aber keine Illusion dass sich das ändern wird. Ich versuche aber, meinen Jungs beizubringen, dass zu einem funktionierenden Alltag mehr gehört als nur ab und zu mal einen Teller in die Spülmaschine zu räumen. Die Organisation der Ferien erscheint mir neben der Notfall-Organisation bei Krankheiten das Schwerste. Wir haben nicht genügend Ferientage um alle Ferien abzudecken, und die Kinder mögen den Ferienhort nicht sonderlich. Zum Glück können beide Omas viel abdecken- aber da beide sehr eifersüchtig aufeinander sind ist es immer schwierig, eine gute Lösung zu finden wer wann wohin geht. Manchmal träume ich davon, einfach 1 Woche alleine irgendwohin zu gehen- auf die Malediven oder so, um einfach wieder mal Energie zu tanken. Meine Freundinnen nennen mich zwar ein Energiebündel- aber ich bin oft am Limit. Ich habe sehr hohe Ansprüche – an mich selber, an meinen Partner, die Kinder, den Haushalt, die Freizeitgestaltung. Daher arbeite ich zur Zeit daran, meine Ansprüche an mich selber und die Kinder herunterzuschrauben, und meine Definition von Perfektion an die Realität anzupassen- nach dem Motto, weniger ist mehr.

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  5. Ang

    Mein Mann (43) arbeitet 80% als Sozialpädagoge mit unregelmässigen Arbeitszeiten, oft auch nachts oder am Wochenende. Er hat an einem fixen Tag frei. Ich (37) arbeite als Lehrerin an 2 Tagen. Unsere 2 Kinder (4 1/2 und 1) werden an einem Tag von meinem Mann betreut und gehen 1 Tag in die Kita.

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  6. Swisschris

    Unsere Familie besteht aus meiner Tochter (9) und mir (40). Ich bin allein erziehend, arbeite 80% in einer anspruchsvollen Führungsfunktion. Meine Tochter geht an 3 Tagen in die Tagesschule. An zwei Nachmittagen arbeite ich nicht, die sind für die Hobbies und das Spielen mit meiner Tochter reserviert. Was von der Arbeit liegen bleibt und vom Haushalt, erledige ich abends und an Wochenenden. Unterstützung von den Grosseltern gibts sporadisch, in Schulferien und bei geschäftlichen Auslandaufenthalten. Wir sind eine Mikrofamilie und halten jeden Mittwoch Abend “Familienrat”, bei dem wir Anliegen miteinander besprechen.

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  7. florian merkur

    Sind beide auslönder mit c-ausweis. Sie selbständig seit 1 jahr, er arbeitet an 3 tagen und selbständig im nebenjob. Viel flexibilität in der zeitgestaltung ist uns wichtig. Wohnen in einer genossenschaft mit vielen netten leuten und gemeinsam organisierten aktivitäten. Verbringen alle ferien miteinander oder abwechselnd (mama od. Papa mit kind) in den heimatländern der eltern (3 monate im jahr wohnsitz im ausland). Neu auch: mit dem sohn im gemeinsamen sportklub bringts voll.

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  8. Physe

    Ich bin die “Erleuchtete”

    In unserem Haushalt leben 3 Personen. Meine grosse Tochter (15 Jahre) aus einer Liebesgeschichte in meiner Jugend. Meine kleine Tochter (8 Jahre) aus meiner seit 2014 getrennten Ehe und ich (weiblich, 35 Jahre).
    Ich bin seit 2011 wegen einer Krankheit IV-Rentnerin und momentan nicht in der Lage, einer Arbeit nach zu gehen.
    Seit Mai gibt es in unserem Familienverband noch meine Freundin.
    Mein inmerliches Comingout war schon vor längerer Zeit, das äusserliche erst diesen Juni.
    Wir leben in einer 4 1/2 Zimmerwohnung. Meine Freundin wohnt noch nicht mit uns zusammen; wir planen aber einen Zusammenzug.
    Die grosse Tochter hat vor Kurzem ihren Lehrvertrag abgeschlossen, was mich sehr stolz macht.
    Die kleine Tochter besucht die 2. Klasse und entpuppt sich als sehr gute Schülerin und noch bessere Sportlerin.
    Jedes 2. Wochenende verbringt die Kleine bei ihrem Papi. Obwohl die Grosse ihren leiblichen Vater kaum kennt und mein Ex-Mann während 9 Jahren die Vaterrolle bei ihr übernahm, will sie nicht mit zu ihm. Somit bleibt sie dann bei mir/ums und wir unternehmen dann jeweils Dinge zusammen, die uns mit der Kleinen im Schlepptau nicht möglich sind.
    Ich bin eine eher legere Mutter und versuche, den Kindern den Freiraum zu lassen, den sie brauchen, um ihre eigenen Erfahrungen zu machen.
    Da unsere finanziellen Mittel etwas beschränkt sind, unternehmen wir viel in der Nähe und sind gerne draussen.
    Meine Töchter haben meine Homosexualität gut akzeptiert. Auch wenn die Kleine anfangs immer sagte, dass solch eine Liebe nicht gehe. *smile* Die Grosse haderte anfangs etwas mit ihrer neuen Rolle in der Familienkonstellation, da sie bisher immer “die Frau an meiner Seite” gewesen ist.
    Wir sind wohl die Patchwork-Familie schlechthin. Frau+Frau+2 Kids aus 2 Beziehungen 😀

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  9. patty

    Ich arbeite 90 prozent in einer führungsposition, mein mann 80 prozent mit einem tag homeoffice. die restliche zeit wird unsere tochter (1 1/2 jahre alt) von den grosseltern sowie meiner schwester betreut, welche alle in der nähe wohnen.

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  10. Anonymous

    Wir sind eine Grossfamilie. 5 Kinder (0 bis 11), eine Katze, ein Einfamilienhaus im Grünen. Mann arbeitet 100% als Angestellter, Frau 50% als selbständige Tagesmutter und Musikerin. An den Hausarbeiten sind zwangsläufig alle Familienmitglieder beteiligt, jeder so gut er kann.

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  11. Die Brötchenverdienerin

    Wir wohnen auf dem Land in einem Haus mit Kind, Hund und Katzen.
    Wir haben seit einem Jahr das Familienmodell umgestellt, dies aufgrund der Gleichberechtigung in unserer Ehe. Mein Mann wollte auch mal zu Hause das Familienmanagement übernehmen und unser Kind beim Aufwachsen begleiten. Mir gefällt mein Job als Lehrerin im Sek II Niveau ausgezeichnet, weswegen ich mit dem neuen Modell für eine Zeitspanne von zwei Jahren einverstanden war.
    Schön zu sehen ist nun, wie mein Mann die Rolle als Hausmann aufblühen lässt und er sich voll und ganz hingibt. Er sieht nun, dass zu Hause sein auch nicht nur ein Zuckerschlecken ist und ich sehe nun wie es ist, den ganzen Tag unterwegs zu sein, am Abend müde nach Hause zu kommen und dann am Familienleben teilnehmen.
    Der gegenseitige Respekt ist gestiegen.
    Ziel ist es, dass wir in der Zukunft 50-50 abreiten, so dass immer jemand zu Hause ist.

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